Springen, strecken, feilen
Kira Struffert, mit zehn Jahren das Nesthäkchen der Turngruppe, die sich für ihren Show-Auftritt anlässlich des 110-jährigen Bestehens des TVE vorbereitet, ist hibbelig wie immer, wenn es auf die Turnmatte geht. Sie hat das “Turn-Gen”. Ohne Turnen geht bei ihr einfach nichts. Je mehr Bewegung, desto besser. Noch besser, wenn sie alles, was sie in den vergangenen Jahren gelernt hat, zeigen kann. Nicht viel anders geht es Nina Deipenbrock, die zwar schon zehn Jahre mehr auf dem “Turnbuckel” hat und inzwischen stellvertretende Abteilungsleiterin ist, sich aber dennoch auf der Matte pudelwohl fühlt.
Freude
Freude am Turnen, Freude an den teilweise artistisch anmutenden Übungen strahlen aber auch alle anderen jungen Turnerinnen aus. Lediglich bei der Koordination untereinander hapert es noch. Zum Leidwesen von Abteilungsleiterin und Trainerin Marlies Schürkmann, die auch diese Trainingseinheit im TVE / TSC-Sportzentrum genau verfolgt. Gebetsmühlenartig fordert sie grundlegende Fertigkeiten des Turnens ein, “Beine strecken, Füße gerade, konzentriert euch auf die Hände, Daumen zeigen nach vorn, Spannung halten.” Dabei dreht sich noch alles ums Aufwärmen.
Aufstellen
“Bitte aufstellen für unsere Show”, bittet Marlies Schürkmann. Noch geht es ein wenig durcheinander, aber nach ein paar Minuten hat jede ihren Platz gefunden obwohl nicht alle Turnerinnen anwesend sind. Die Musik wird gestartet und schon läuft das Programm ab, das die Zuschauer am Samstag, 15. November begeistern soll. Gymnastische Übungen, eingekleidet in tänzerische Elemente, turnerische Highlights und Schrittfolgen, alles soll so synchron wie möglich sein. Aber genau da hapert es noch gewaltig.
Synchronität
Jede Turnerin kann ihre eigene Übung schon sehr gut - nur die Synchronität fehlt eben noch. Zwar trainieren die Mädels schon seit einem Jahr, aber einfach ist es nicht, eine Choreografie bis ins kleinste Detail korrekt auf die Matte zu bringen. Wieder und wieder wird der genaue Ablauf geübt. Irgendwann aber geht die Geduld verloren. Genau der richtige Zeitpunkt für Marlies Schürkmann, abzubrechen und “freies Turnen” anzusagen. Das bedeutet in fast jeder Übungsstunde: Sprungübungen. Also Sprungbrett raus, Minitrampolin und Matten zurecht gelegt und los geht`s. Mit Begeisterung zeigen Kira, Nina und ihre Freundinnen, wie sie ihren Körper beherrschen. Strecksprünge, Salti, Salti mit Schrauben, alles wird gesprungen und oft in schon fast unglaublicher Perfektion. Dazu gehört natürlich auch das Synchron-Springen und schon ist das alte Problem wieder da.
Grenze erreicht
Daran feilen aber alle in dieser Gruppe noch, auch die kleine Kira Struffert, die so ganz langsam ihre körperlichen Grenzen erreicht hat und sich in Richtung Dusche bewegt. Peter Böhme
Freitag, 22. August 2008 | Quelle: Grevener Zeitung